Liebe Hörer und Hörerinnen,

Nun noch ein paar Einzelheiten zur Geschichte von Bunkersongs.

Nach Krupnyj Kino und der Singelauskoppelung when I see, folgt nun Mayakows zweites Album - Bunkersongs.
Acht Nummern, die verschiedenartiger nicht sein könnten. Schon die erste Nummer deutet auf seine Bestrebungen hin, die Stimme diesmal zu fokusieren, die in den Veröffentlichungen davor, sehr sparsam zum Einsatz gekommen ist. Da Mayakow in seiner Kindheit jahrelang Mitglied des Dorfchores war, könnte es als Auseinandersetzung mit dem eher klassischen Reportaire der Uralspatzen gedeutet werden. Im Laufe der CD wird vieles an Material der letzten fünf Jahre, seit Mayakow im Bunker lebt, verarbeitet, ineinander verwoben, übereinander geschichtet und in allen möglichen Facetten wiedergegeben.

Mayakow bemüht sich diesmal besonders das Songformat zu strapazieren, was schlußendlich zu den zwei Popballaden scheibenputzerfisch und Talkinglines führt. Der Spannungsbogen errreicht mit Rocketrobotnik durchwegs den Höhepunkt und findet mit der letzten Nummer ein ruhiges und bedachtes Ende.
Die Liedtitel erinnern wiedermal ein wenig an die alten Zeiten im kalten Krieg, wobei die besungene Robotorliebe mehr und mehr an Aktualität gewinnt.
Beim genaueren Hinhören kommen Anklänge an Philip Glass (Metamorphose) zum Vorschein. Auch die Beats scheinen sich mehr zu emanzipieren und mit den Bässen vor Freude gemeinsam auf einer Blumenwiese herumzuhüpfen.

Was es nun mit dem sifiwalzer (am Cover, ober dem Salamander) auf sich hat, scheint ein Rätsel zu bleiben. Quellen belegen jedoch, das das Klavierintro von Schimmelbunker, mit seinem Österreichaufenthalt als Student vor Jahren zu tun hat. Angeblich hat er auf seiner Steiermarkreise die Klavierspuren auf einer Kirchenorgel in Leoben eingespielt. Wie auch immer dürfte es Maykow an seinen Bunker im Felsengebirge erinnert haben. Der Pfarrer und Archivverwalter der Leobener Jakobi Kirche (dort befindet sich die besagte Orgel) gibt keinerlei Auskunft und hält das Archiv seit Mayakows Besuch verschlossen. Angeblich trat er während der Orgelaufnahmen Tränen vergießent frühzeitig in den Ruhestand. Ähnlich erging es einen Abt im Stift St. Lamprecht, wo Mayakow die Gesangspuren für Metamorphosen im Rahmen seiner Österreich-Feldforschungen aufnahm. Dieser Abt sei aber seit Jahren angeblich auf Studienreise. So viel dazu.

Viel Spaß beim Hören. Drehen Sie gefälligst den Subwoofer auf.